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Zum Haus

mit Hingabe restauriert

Nach den Verwüstungen des Dreißigjährigen Krieges (1618-48) war der Großteil des Dorfes zerstört und es lag wüst und verlassen für einige Zeit. Urkundliche Erwähnungen aus dem Jahr 1682 belegen die Wiederbesiedlung und  Existenz von belebten Höfen.

Das Haus, in dem sich heute der „gelbe Salon“ mit Gästezimmern für Erholung und Kreativität befindet, wurde in seiner gegenwärtigen Gestalt im Zuge von Umbaumaßnahmen in den 1930er Jahren umgestaltet. Aus dem eingeschossigen, backsteinsichtigen, sechsachsigen Gebäude aus dem 19. Jahrhundert wurde durch Aufstockung um ein Vollgeschoss ein zweigeschossiger, vierachsiger  Putzbau. Der Vergleich von Vorher- Nachbildern lässt keine Ähnlichkeit mehr vermuten.

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Ansicht des Gasthof "Senst" vor 1934, als das Gebäude um ein Vollgeschoss aufgestockt und die Fassade umgestaltet wurde

Im ersten Weltkrieg diente der Saal als Gefangenenlager für französische Kriegsgefangene und im zweiten Weltkrieg waren im gesamten Haus Flüchtende untergebracht. Bis in die 1970er Jahre wurde das Haus als Dorfkneipe mit Festsaal für Feiern, Bälle, Theateraufführungen, Schulsport und Filmvorführungen (Vorläufer des Kinos) genutzt. Zudem befand sich hier in der Dorfkneipe die Poststube und lange Zeit das einzige Telefon im Ort. Im Zuge der Umbaumaßnahmen in den 1930er Jahren wurde Saal um eine Achse und eine Bühne erweitert. In ihm finden sich nach restauratorischer Betrachtung Wandfassungen (Wandgestaltungen) aus verschiedenen Bauphasen.

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Nun habe ich es mir zur Aufgabe gemacht, dass Haus nach restauratorischen und kunsttechnologischen Gesichtspunkten im Sinne seiner bauzeitlichen Entstehung zu sanieren und zu restaurieren. Das heißt, dass Bauteile wie Türen, Fenster, Böden  und Wandgestaltungen (Innenwände, Fassade) die historische Gestalt erhalten aus der sie zeitlich stammen. So sind durch mich die Innenwände mit selbst hergestellten Farben (pigmentierte Silikatfarben oder Kalkfarben) gestrichen. Hinsichtlich der Wandgestaltung schließen die Wände mit schablonierten Oberwandfriesen ab. Diese historische Gestaltungstechnik ermöglichte es schon im 18./ 19. Jahrhundert die Wohnräume, in diesem Falle bäuerliche, ästhetisch zu verzieren. Ein gewisser Gestaltungswille und zeigen „was man hat“ waren auch damals schon  existent.

Fassade 2026 mit bereits neu eingebauten Holzsprossenfenstern im Obergeschoss. Die Kunststofffenster wurden ausgebaut.

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Schablonierung Zimmer 1

Schablonierung Zimmer 2

Schablonierung Zimmer 3

Durch meine Vorgehensweise verschwinden nach und nach störende Bauzutaten vergangener Sanierungsmaßnahmen wie Kunststofffenster, Laminat und Tapeten etc. und das Haus erhält seine historische Gestalt zurück, wodurch die ursprüngliche Gestaltungsabsicht wieder lesbar und erlebbar wird. Dabei geht es mir sowohl um Authentizität des historisch gewachsenen  Gebäudes als auch um die Bewahrung historischer Bausubstanz als  identitätsstiftendendem Kulturzeugnis.

Das Haus, der Saal und der Garten bieten mir Raum und Inspiration meine Kunst und Fertigkeiten im Kunsthandwerk weiter zu entwickeln. Im gesamten Haus sind meine Kunstgegenstände, Gemälde und restaurierten historischen Möbel zu finden. Im Prinzip handelt es sich um ein Gesamtkunstwerk.

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